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Bockenheim: Vom Uni- zum Kulturcampus

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Viele Jahre war der Campus der Goethe-Universität ein fester Bestandteil des Frankfurter Stadtteils Bockenheim. Seit einigen Jahren zieht die Uni aber nach und nach an andere Standorte um, bis 2018/2019 soll der Umzug abgeschlossen sein. Für das Gelände der Uni gibt es bereits neue Pläne, diese sind aber umstritten.

hessenschau.de zeigt, wie das Stadtviertel sich verändert.

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Die Universität in Frankfurt wurde im Jahr 1914 als erste deutsche Stiftungsuniversität gegründet. Etwas mehr als 100 Jahre später ist die Uni bereits zu großen Teilen umgezogen. Nur wenig Uni-Leben spielt sich noch in Bockenheim ab, die Mensa ist schon länger vergittert.

Neue Eigentümerin des 16,5 Hektar großen Geländes (entspricht rund 23 Fußballfeldern) ist die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding.

Nach Planungswerkstätten mit Bürgerbeteiligung wurde beschlossen, dass an der Stelle der Uni ein Kulturcampus entstehen soll - ein städtebauliches Großprojekt. Soweit die Idee hinter dem Kulturcampus, doch vieles ist noch unkonkret und umstritten.

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Frank Junker, Geschäftsführer ABG Frankfurt Holding

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG kümmert sich unter anderem auch um den Verkauf einzelner Bereiche des Uni-Geländes.

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Von Kunst und Kultur ist aber noch nicht so viel zu sehen. Zwar wird schon eifrig gebaut, aber hauptsächlich an Wohnraum:

Das denkmalgeschützte Philosophicum wird beispielsweise von einem privaten Investor zu einem Wohnhaus umgebaut. Der Verkauf an den Investor war allerdings umstritten. Eine Initiative hatte ebenfalls den Kauf angestrebt, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Im letzten Augenblick sei der Verkauf aber an der Finanzierung gescheitert, sagt ABG-Geschäftsführer Junker. Die Initiative hingegen bemängelt, dass sie zu wenig Zeit gehabt habe.

Zumindest etwas bezahlbaren Lebensraum soll es hier in Zukunft aber dennoch geben: Das Planungsdezernat der Stadt Frankfurt hat mit dem Investor vereinbart, dass ein Teil des entstehenden Wohnraumes für geförderte Wohnungen genutzt werden muss.

An anderer Stelle wird bald schon eingezogen ...

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Ursprünglich war der so genannte Labsaal die Mensa der Goethe-Uni. Später wurde er als Seminargebäude verwendet, um dann jahrelang, in Planen gehüllt, ohne Verwendung zu bleiben. Nach Umzug der Uni sollen hier Büros und Wohnungen entstehen, bis dahin müssen die Bauarbeiten noch warten.

Aufgrund der hohen Zahl an Flüchtlingen wird der Labsaal aber zwischenzeitlich zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert. In Kürze sollen die ersten Flüchtlinge einziehen. Von der Straße aus kann man auch schon die ersten Raumeinheiten und Hochbetten erkennen.

Ganz in der Nähe entstehen Wohngelegenheiten, in denen es sicher schicker zugeht ...

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Im Februar 2014 wurde der AfE-Turm (links) mit einer spektakulären Sprengung dem Erdboden gleichgemacht. Heute (rechts) ist das Gelände frei - noch. Bis voraussichtlich 2019 soll hier ein Hotel- und Wohnturm entstehen.

Der konkrete Zuzug einer kulturellen Einrichtung ließ dagegen noch länger auf sich warten.

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Aber seit Oktober 2015 steht fest: Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) bekommt einen Neubau auf dem Areal des alten Juridicums. Das Land Hessen stellt dafür 100 Millionen Euro zur Verfügung. Die HfMDK ist somit der erste Kulturbetrieb, der sicher auf dem Kulturcampus ein neues Zuhause finden soll.

Im Jahr 2025 soll der neue Bau fertig sein.

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Aus dem denkmalgeschützten Studierendenhaus soll nach dem Auszug der AStA das Offene Haus der Kulturen werden. Das zumindest wünscht sich der gleichnamige Verein. Das Haus soll dann, wie bisher, auf verschiedenste Weise für kulturelle Zwecke genutzt werden. Auch das berühmte Café KoZ soll bestehen bleiben. Die ABG hat dem Verein eine Zusammenarbeit angeboten, um das Haus der Kulturen gemeinsam zu betreiben. Wie genau sich die Zusammenarbeit gestaltet, wird sich erst noch zeigen.

Bis 2021 oder 2022 soll der gesamte Kulturcampus fertig sein. Im Augenblick sind aber längst nicht alle von den Auswirkungen auf den Stadtteil begeistert ...

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Alexander Witsch, Buchhändler

Seine Buchhandlung Theo Hector  hat durch den Wegzug der Uni schon jetzt einen erheblichen Teil der Kundschaft verloren.

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Sophia, Japanologie-Studentin

Auch den Studierenden fallen, durch den schrittweise ablaufenden Umzug der Uni, Unterschiede im Stadtteil auf.

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Die Pläne für den Campus spalten die Bockenheimer. Einige sagen, dass sie bereits einen Unterschied bemerken, es seien zum Beispiel viel weniger junge Leute im Stadtteil unterwegs. Auch auf die Läden scheint das Auswirkungen zu haben, es gebe heute zum Beispiel mehr Call-Shops und weniger studentisch geprägte Geschäfte. Andere Anwohner finden, dass noch kein Unterschied zu bemerken ist. Viele sind aber gespannt, wieviel Kultur am Ende tatsächlich auf dem Kulturcampus zu finden sein wird.

Noch lassen sich die endgültigen Auswirkungen auf den Stadtteil Bockenheim schwer abschätzen.

Im Augenblick ist zumindest auf der Leipziger Straße der Andrang aber noch wie immer.

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Campusübersicht aus Juridicum
picture alliance / dpa

AfE-Turm vor Sprengung
picture alliance / dpa

Restliche Fotos/Loops
Nasir Mahmood

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Übersicht

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Kapitel 1 Hintergrund

Campus

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Frank junker
Kapitel 2 Gegenwart

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Kapitel 3 Zukunft

Turm neu2

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Kapitel 4 Meinungen

Alexander witsch

Sophia
Kapitel 5 Ausblick

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Kapitel 6 Impressum

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