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30 Jahre Rheingau Musik Festival

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Das Rheingau Musik Festival freut sich auf sein Jubiläum: Bereits zum 30. Mal lockt die Konzertreihe Musikbegeisterte an die hessische Landesgrenze. Das Festival feierte 1988 Premiere.

Besonders machen das Festival vor allem die historischen Spielorte und die Landschaft am Rhein.

Dieses Jahr beginnt das Festival am 24. Juni und endet am 2. September. Traditionell eröffnet das hr-Sinfonieorchester das Musikfest in der Basilika des Kloster Eberbach. Im Video: Das Eröffnungskonzert aus dem Jahr 1991.

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Seit 1987 leitet Michael Herrmann das Rheingau Musik Festival. Der heute 73-Jährige hat der Veranstaltungsreihe durch seine Kontakte in Musikszene und Wirtschaft zur jetzigen Größe verholfen.

Ins Berufsleben stieg Herrmann als Auszubildender in einer Frankfurter Buchhandlung ein. Später arbeitete er als Konzertagent. Die Idee zum Festival kam ihm bei einem Besuch des Festival Pablo Casals im südfranzösischen Prades.

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Michael Herrmann, Intendant

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Die Erstauflage des Festivals 1987 blieb überschaubar: 19 Konzerte, die Herrmann weitestgehend in Eigenregie durchführte. Am Ende stand ein Minus.

Herrmann machte trotzdem weiter. Mit der Anzahl der Konzerte wuchs der Zahl der Mitarbeiter. Heute arbeiten 17 Festangestellte für das Festival. Hinzu kommen acht bis zehn Helfer, die in den Sommermonaten unterstützen. Dieses Jahr finden 155 Konzerte statt.

Davon war das Festival in den 1980er-Jahren noch weit entfernt. Geschäftsführer Herrmann berichtet.

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Durch seinen Einsatz gelang es Herrmann schnell, das "who is who" der klassischen Musik an den Rhein zu locken. Zum Beispiel die schweizerisch-argentinische Pianistin Martha Argerich, hier beim Festival 1989.

Argerich wurde im Dezember 2016 vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama mit dem renommierten Kennedy-Preis für darstellende Künstler geehrt.

Weitere Künstler, die das Rheingau Musik Festival in frühen Jahren beehrten: der russische Cellist Mstislaw Rostropowitsch,Trompeter Ludwig Güttler, Flötist Eckart Haupt und Tenor Peter Schreier.

Wer etwas auf sich hält, kommt an den Rhein.

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Das Festival lebt auch von seinen Spielorten. Die Kulissen am Rhein locken Künstler wie Besucher gleichermaßen.

Besonders beliebt sind die Konzerte unter freiem Himmel, wie zum Beispiel im Kreuzgang des Kloster Eberbach. Die ehemalige Zisterzienserabtei ist immer wieder Kulisse für Film- und Fernsehproduktion. Bekanntestes Beispiel: "Der Name der Rose" mit Sean Connery.

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Michael Herrmann, Intendant

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Schloss Johannisberg gehörte seit 1816 der Adels-Familie Metternich. Tatiana Fürstin von Metternich-Winneburg war bis zu ihrem Tod 2006 Mitglied des Festival-Kuratoriums.

Die Riesling-Lagen des Weinguts Schloss Johannisberg zählen zu den besten in Deutschland. Heute befindet sich die Weinlage im Besitz der Sektkellerei Henkell & Söhnlein. Die gehört zur Oetker-Gruppe.

Nur wenige Kilometer von Schloss Johannisbeerg entfernt beherbergt auch das Schloss Vollrads das Rheingau Musik Festival. Neben einem Karpfenteich finden dort die sogenannten "Seebühnen-Konzerte" statt.

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Andreas Scholl, Sänger

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Andreas Scholl ist Tenor. Genauer gesagt: Countertenor. Der gebürtige Rheingauer verfügt über eine außerordentlich hohe Singstimme.

Nachdem es Scholl im Zuge seines Studiums in die Schweiz zog, lebt der 49-Jährige heute wieder in Kiedrich (Rheingau-Taunus). Er mag die Idylle des Rheingaus. Das Festival ist sein Heimspiel.

Scholl berichtet von Grillfeiern, zu denen er seine Kollegen im Rahmen der Konzerte einlädt. Die Künstler seien begeistert von Lanschaft, Natur und Kultur.

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Michael Herrmann, Intendant

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Das Rheingau Musik Festival verfügt über ein dichtes Netzwerk aus Sponsoren. Dieses Jahr sind es über 150 an der Zahl. Auch der hr ist Medienpartner.

Die Sponsoren decken etwa die Hälfte der Kosten der Konzertreihe. Die belaufen sich auf insgesamt 8,2 Millionen Euro pro Jahr.

Ein Festival dieser Größe sei nicht ohne Sponsoring möglich, glaubt Herrmann: "Sonst müssten wir Karten in der Spitze von 400 bis 500 Euro verkaufen."

Die günstigsten Tickets für das Eröffnungskonzert 2017 kosten 20 Euro. Auswirkungen auf den Kulturbetrieb habe das Sponsoring keine, meint Herrmann.

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Patrick Kunkel (CDU), Bürgermeister Eltville

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Auch die Politik findet Gefallen an der Konzertreihe. Vorsitzender des Kuratoriums ist der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU). Das Land Hessen lässt sich das Festival jährlich 25.000 Euro kosten. Weitere Mitglieder des Kuratoriums: Tarek Al-Wazir (Grüne), Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD), Florian Rentsch (FDP).

Für Patrick Kunkel (CDU), Bürgermeister der Rheinstadt Eltville, sind die Konzerte ein wichtiger Standortfaktor: "Ich möchte mir die Region nicht mehr ohne Festival vorstellen." In den Sommermonaten seien die Gästeunterkünfte ausgebucht.

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Lars Nevian, Initiative gegen Fluglärm Mainz

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Doch es gibt auch kritische Stimmen: Durch die zahlreichen Gönner in Politik und Wirtschaft, ist die Konzertreihe ein beliebter Adressat für die Initiative gegen Fluglärm Mainz.

"Wir demonstrieren nicht gegen das Rheingau Musik Festival", erklärt Lars Nevian, stellvertretender Vorsitzender der Initiative. Der Protest richte sich gegen den "Hessenfilz", der das Musikfest unterstütze. Unter anderem: Flughafenbetreiber Fraport.

Der Konflikt hat zu juristischen Auseinandersetzungen geführt. Die Initiative warnte Künstler, dass es bei Auftritten zu Störungen durch Fluglärm kommen kann. Darauf reagierte das Rheingau Musik Festival mit einer Unterlassungsklage.

Ohne Erfolg. Das Gericht verwies auf die Meinungsfreiheit. Ob das Rheingau Musik Festival in Berufung geht, ist derzeit noch offen.

Lars Nevian erklärt, wie die Behauptung der Initiative entstanden ist.

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Michael Herrmann, Intendant

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Michael Herrmann, Intendant

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Trotz Fluglärm-Streit blickt das Rheingau Musik Festival optimistisch in die Zukunft. Die Konzertreihe möchte jüngere Zielgruppen ansprechen. Wie zum Beispiel 2013, als die Breakdance-Gruppe "Flying Steps" zu Klängen Johann Sebastian Bachs performt.

"In der Alten Oper schauen Sie in ein Silber-Meer",  berichtet Geschäftsführer Herrmann: "Bei uns sehen Sie auch noch blonde und schwarze Haare." Im diesjährigen Festival-Sommer freut er sich unter anderem auf ein Konzert mit Sänger Max Giesinger im Wiesbadener Kurpark.

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Michael Herrmann, Intendant

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"Solange ich mich körperlich und geistig fit fühle, werde ich das weitermachen", hält Michael Herrmann über seine Zukunft als Intendant fest.

In den Sommermonaten besucht er 70 bis 80 Konzerte seines Festivals. "Eines kann ich nicht: Vor einem Konzert stehen und nicht reingehen", scherzt er.

Und wo soll das Festival in zehn Jahren stehen? "Viel möchte ich nicht ändern", erklärt Herrmann. Das Konzept würde funktionieren.

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Übersicht

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Kapitel 1 Eines der größten Festivals Europas

Rheingau

Thumbnail er%c3%b6ffnungskonzert
Kapitel 2 Die Konzertreihe wächst

Intendant hermann

Screen herrmann

 argerich 1989 001 1
Kapitel 3 Besondere Kulisse

Kreuzgang kloster eberbach

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Screen besondere kulissen

Johannisberg
Kapitel 4 Wirtschaft und Politik

Screen sponsoring

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Kapitel 5 Der Fluglärmstreit

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Kapitel 6 Ausblick: 2027

Flying bach 2013 2 akm 3

Screen vision
Kapitel 7 Impressum

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